Freiwilligenarbeit in Kenia

Kenia ist nicht nur ein beeindruckendes Urlaubsland mit reicher Natur und interessanter Kultur. Viele Gegenden sind touristisch nicht erschlossen und die Lebensstandards sind nicht überall optimal. Wie viele andere Länder Afrikas, ist Kenia ein Entwicklungsland und in vielen Projekten und Institutionen wird Unterstützung sehr begrüßt. Diese Hilfe kann zum Beispiel in Form von Freiwilligenarbeit erfolgen.



Freiwilligenarbeit - Was ist das?


Freiwilligenarbeit, auch Volunteering genannt, ist eine Möglichkeit, um verschieden Projekte im Ausland zu unterstützen und damit einen wichtigen Beitrag für das Land zu leisten. Freiwillige Helfer (Volunteers) setzen sich unter anderem in Sozial-, Natur- oder Tierschutzprojekten ein. Die Dauer des Aufenthalts kann von ein paar Wochen bis hin zu ein paar Monaten reichen. Freiwilligenarbeit ist nicht nur in Kenia möglich, sondern auch in vielen weiteren Ländern Afrikas (viele nützliche Informationen und praktische Tipps dazu erhalten Sie auf dem Austausch- und Work & Travel - Portal stepin.de). Die Einsatz- und Aufgabenbereiche von Volunteers sind dabei ganz unterschiedlich. Mögliche Projektorte sind zum Beispiel Waisenhäuser, dort kümmern Volunteers sich um die Kinder, veranstalten Workshops, helfen ihnen bei den Hausaufgaben und bereiten Mahlzeiten zu. Auch in Schulen wird Unterstützung benötigt. Oft steht Englischunterricht im Vordergrund, aber auch sportliche Aktivitäten und andere Freizeitgestaltungen mit den Kindern gehören zum Aufgabenbereich.



In Wildlife-Projekten und Auffangstationen für verletzte Wildtiere können freiwillige Helfer bei Datenerhebungen helfen, die Anlagen und Gehege instandhalten und die Fütterung der Tiere übernehmen. Auch Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsaufgaben können dazugehören. Eine weitere Möglichkeit, die Natur Kenias zu unterstützen, ist der Einsatz in Nationalparks und Reservaten.Hier kümmern sich Volunteers unter anderem um die Bepflanzung des Geländes, die Beschilderung der Wege und den Schutz von Tieren, aber auch darum, die Touristen mit Informationen zu versorgen. Zusätzliche Hilfe wird bei Projekten für Straßenkinder, in Krankenhäusern, Bildungszentren und Kindergärten benötigt.

Vorteile der Freiwilligenarbeit


Nicht nur das Land selbst profitiert von Freiwilligenarbeit; auch die Helfer können von ihrem Einsatz profitieren. Die Mitarbeit in einem Projekt bietet die einzigartige Gelegenheit, das Land von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Statt auf ausgetretenen Touristenpfaden zu wandern, lernen Volunteers das tägliche Leben im Land kennen. Der Kontakt zu Einheimischen, und in einigen Projekten auch zur Natur, ermöglicht es, das Land aus einer völlig anderen Perspektive zu sehen. Die freien Tage oder die Zeit nach der Arbeit im Projekt können von Volunteers dazu genutzt werden, das Land zu entdecken. Dazu kommt die Zusammenarbeit mit internationalen Helfern, die sich nicht nur positiv auf die Sprachkenntnisse auswirkt, sondern auch interessante Begegnungen und Freundschaften können daraus entstehen. Die wertvollen Erfahrungen bei der Freiwilligenarbeit machen sich außerdem gut im Lebenslauf, fördern die Soft Skills und tragen zur persönlichen Entwicklung bei.



Welche Voraussetzungen müssen Volunteers erfüllen?


Motivation, hohe Einsatzbereitschaft und Flexibilität sind bei der Freiwilligenarbeit dringend erforderlich. Außerdem sollten Volunteers sich darauf einstellen, Armut zu erleben und in einfachsten Verhältnissen zu wohnen. Viele Unterkünfte sind lediglich zweckmäßig ausgestattet und Strom, Internetzugang und warmes Wasser sind nicht in allen Gegenden selbstverständlich. Desweiteren sollten die Helfer mindestens 18 Jahre alt sein und über gute Englischkenntnisse verfügen. Diese können allerdings auch bei einem Sprachkurs im Land aufgefrischt und verbessert werden. Außerdem benötigen Volunteers ein Visum für die Freiwilligenarbeit in Afrika.



Worauf bei der Projektauswahl geachtet werden sollte


„Um die weiter oben dargestellten Vorteile der Freiwilligenarbeit sowohl für den Volunteer als auch das Projekt vor Ort gewährleisten zu können, sind bei der Planung sowie der Auswahl des Freiwilligenprojektes kritische Fragen zu stellen sowie überprüfbare Informationen einzuholen“, so Frank Möller von der INITIATIVE auslandszeit, die das Fachportal rund um Freiwilligenarbeit & Volunteering im Ausland, Freiwilligenarbeit.de betreiben. Denn wie so häufig bei wachsenden Märkten, ist auch das touristische Segment des Voluntarismus nicht davor geschützt, dass bei einigen Angeboten eher die Profitabilität und eben nicht immer nur der soziale Transfer im Vordergrund steht. An dieser Stelle ist der Freiwillige gefragt, sich kundig zu machen und sowohl sich als auch der ausführenden Organisation bzw. dem Veranstalter durchaus auch ein paar kritische Fragen zu stellen.

Beispiele für kritische Fragestellungen


- Bin ich als Volunteer wirklich bereit, für einige Wochen bzw. Monate fernab von Freunden & Familie zum Teil auf liebgewonnene Annehmlichkeiten wie Strom, warmes Wasser oder ein bequemes Bett im Notfall verzichten zu können?

- Habe ich mir einen Tätigkeitsbereich bzw. ein Projekt wirklich aufgrund meiner Fähigkeiten ausgesucht, die ich als Mehrwert zum Projekterfolg beitragen kann?

- Welche genaue Tätigkeit erwartet mich vor Ort und wie wird meine ungefähre tägliche Arbeitszeit aussehen?

- Ist sichergestellt, dass durch die Tätigkeit der Volunteers vor Ort keine lokalen Arbeitsplätze gefährdet sind?

- Welche Erfahrungen haben bisherige Freiwillige in diesem Projekt sammeln können? Gibt es von Seiten des Veranstalters im Idealfall die Möglichkeit, mit einem dieser Volunteers vorab in Kontakt zu treten?

- Stichwort Nachhaltigkeit: Welche genauen Projektziele werden verfolgt und auf welche Weise kann das Mitwirken der Volunteers hieran messbar & überprüfbar gemacht werden?

Dieser Fragenkatalog ist nur als Anregung gedacht und keinesfalls abschließend oder gar vollständig. Vielmehr soll er für eine gewisse Sensibilisierung auf Seiten des Volunteers sorgen, damit Freiwilligenarbeit auch wirklich das entfalten kann, was es beinhaltet: eine große Chance sowohl für den Volunteer als auch für das Projekt vor Ort.