Lydia Lampe Pinewood Beach Resort und Tsavo Amboseli Compact Safari

Kenia
26.09. – 10.10.2014

Zu meinem 11. Geburtstag bekam ich von meinem Opi ein Buch „Tsavo – Paradies der Wilden Tiere“. Als ich das gelesen hatte, wusste ich genau: da will ich irgendwann hin. Ich wollte, nein ich musste die riesigen Elefantenherden dort sehen. Doch wie das so ist, die Zeit vergeht, aber es war nie die Zeit für Tsavo. Als Schwiegervater dann Anfang des Jahres erwähnte, dass er Kenia gerne gesehen hätte, war es dann soweit – es war Zeit für Tsavo, Zeit für Kenia.

Sodann begann die Planung. Sehr schnell hatten wir uns entschieden: wir machen die Reise über Safari Tours in Taucha. Dieses Team war mir sofort sympathisch, beantwortete geduldig meine 1000 Fragen und war immer zu Stelle.

Am 26.09. begann also unsere Zeit für Kenia. Der Flug verlief ruhig und am 27. landeten wir nahezu pünktlich in Kenia. Die Buchung für den Fahrer sowie das Hotel war alles von Safari Tours arrangiert worden. Und es klappte hervorragend! Der Fahrer erwartete uns schon und los ging es zum Pinewood Beach Hotel. Durch Mombasa welches genau so war wir wie es gedacht hatten: staubig, hektisch und unglaublich laut. Afrika halt – so wie wir es kennen und lieben! Der Fahrer hatte es wirklich drauf – er fuhr sehr zügig. Jede Lücke wurde ausgenutzt. Als wir in der Nähe der Fähre waren, standen wir plötzlich im Stau, unser Fahrer meinte: das ist die Schlange der Fähre, die ist zu lang. Hupend fuhr er nach links und drängte sich viel weiter vorne rein. Nachdem wir die Überfahrt mit der Fähre geschafft hatten, ging die Fahrt weiter in Richtung Pinewood Beach. Rechts und links der Straße standen Hütten und Verkaufsstände der „afrikanischen Art“. Dazwischen Menschen, Kühe, Karren, Fahrräder und natürlich immer wieder Ziegen. Nun endete die Straße und es war nur noch Piste, dann kam die Einfahrt zum Pinewood.

Wir wurden mit kühlen Tüchern und einem kalten Drink empfangen. Zu unserer großen Freude sogar mit einem „Willkommen“-Schild. Einer der Manager brachte uns zu unserem Häuschen. Vater bekam unten die Suite, wirklich sehr geräumig mit Vorraum und Küche. Unser Zimmer lag obendrüber und war auch wirklich groß. Auf den Betten lagen Frangipani Blüten, die herrlich dufteten und alles war toll und schön. Nach dem Auspacken der Koffer gingen wir gleich mal zum Strand. Der Ozean war warm, so warm, mindestens 35 Grad – herrlich. Nachdem wir einige Zeit hier verbracht hatten, liefen wir zum Pool. Nachdem wir auf dem Flug kaum geschlafen hatten, holten wir jetzt einigen Stunden Schlaf nach. Dann ging es aufs Zimmer zwecks kultivieren.

Zum Abendessen gab es mongolisches Buffet am Pool mit Kerzenlicht, sehr romantisch. Wir konnten uns Fisch oder auch Fleisch und Beilagen dazu aussuchen, auf die Teller laden, damit zum Koch und dieser briet es dann frisch an. Sehr lecker. Nach dem sehr guten Abendessen mit einem hervorragenden Service setzten wir uns noch ein wenig an die Bar. Es war nun doch ein recht langer Tag, daher gingen wir zu Bett. Für das Frühstück am 28. suchten wir uns einen Platz auf der Terrasse direkt am Fischteich mit den vielen Goldfischen aus. Auch hier wurden wir wieder mit perfektem Service empfangen. Danach ging es an den Strand und ich erst mal zum Massieren, was mir am Vortag offeriert wurde. Die Massage war sehr entspannend und sehr gut. Mittagessen gab es dann in Form von Salat im Strandrestaurant, auch hier wieder exzellenter Service.

Nachmittag hatten wir den Wunsch nach einem Kaffee, den gab es an der Bar und Kuchen auch. Abends gab es dann lecker indisches Curry! Nach dem Essen gingen wir wieder hoch an die Bar und gönnten uns einen Abenddrink, um dann sehr zufrieden schlafen zu gehen.

Am nächsten Morgen, dem 29. ging es schon um 05.00 h los: unsere Safari durch die drei Nationalparks Tsavo West, Aboseli und Tsavo Ost. Alles durchgeplant von Safari Tours, wir mussten uns im Vorfeld um nichts kümmern. Unser Fahrer, Ali, war pünktlich da und wir bestiegen „unseren“ Jeep. Erst ging die Fahrt durch Mombasa über die Fähre, eine andere Fähre nebenan transportierte ca. 1000 Leute die zu Fuß unterwegs waren, dann weiter über die sogenannte Autobahn, die sich als sehr, sehr holprige Straße mit unglaublich vielen LKW’s entpuppte! Endlich um 10.00 h waren wir in Tsavo West angekommen. Im Park sahen wir auch gleich Giraffen, Zebras, Elefanten und vieles mehr. Später ging es in unsere Lodge „Severin“, Ankunft war so gegen 13.00 h. Diese bestand aus einem Haupthaus in dem sich auch das Restaurant befindet und vielen Tented Lodges. Einer dieser sehr luxurösen „Hütten“ war nun auch für heute unser Zuhause. Zurück ging es dann ins Haupthaus, hier aßen wir sehr lecker zu Mittag und um 16.00 ging es wieder weiter. Wieder mit vielen Tieren. Sodann fuhr uns Ali an einen Fluss, der Mzima Quelle. Hier wurden wir von einem Guide empfangen und dieser führte uns am Fluss entlang und erklärte auch einige Pflanzen. An einem Steg konnte man in einem kleinen Anbau nach unten gehen und hier auch unter Wasser schauen. Als wir weiterliefen sahen wir dann doch tatsächlich schon unser erstes Hippo mit seinem Baby, das eigentlich recht lieb aussah. Weiter ging es zu einem Bach. Hier kam ein Krokodil, legte sich vor einem kleinen Wasserfall und wartete geduldig, auf das ein Fisch herunter kam und ihm ins Maul schwamm. Ob das geklappt hat, haben wir leider nicht mehr erlebt. Wir fuhren dann weiter und gegen Abend lenkte Ali unseren Jeep auf eine Anhöhe. Als wir auf halber Höhe waren, sahen wir doch tatsächlich im Gebüsch drei Büffel. Diese Tiere sind wirklich sehr groß und sehr mächtig. Weiter ging die Fahrt aufwärts. Oben angekommen hatte Ali eine Überraschung bereit. Er zauberte eine Flasche Sekt aus seinem Jeep und drei Gläser. Nun konnten wir hier die komplette Ebene überschauen und dabei noch ein Glas Sekt trinken. Nachdem wir die Flasche leer getrunken hatte, ging die Fahrt wieder nach unten. Plötzlich Ali: Lion! Tatsächlich ein Löwe! Direkt vor unserem Auto. Gemächlich lief er über die Straße und legte sich unter einem Busch. Wir waren total hin und weg! Begeistert führen wir zurück zur Lodge. Wir saßen außerhalb der Überdachung, direkt am Rande der Savanne und hatten so einen total freien Ausblick auf die Ebene. Später kam dann die Chefin um uns persönlich zu begrüßen. Nach einem wirklich mehr als superben Abendessen saßen wir dann noch ein wenig am Lagerfeuer und gönnten uns einen Abendtrunk.

Am Montag dem 30.09. hieß es dann gegen 06.00 aufstehen und zum Frühstück gehen. Nachts hatten wir gehört, das irgendein ein Tier direkt an unserem Zelt war, wir hatten es schnauben gehört. Nun konnten wir die Spuren sehen, es war eine Giraffe die uns nachts aufgeweckt hatte. Gleich nach dem Frühstück um 07.00 h fuhren wir dann in Richtung des Amboseli Nationalparkes. Zuerst fuhren wir durch ein riesiges Lavafeld, sodann über staubige Piste und an vielen typisch afrikanischen Dörfern vorbei um dann um 10.30 in Amboseli anzukommen. Laut Ali der schönste Park, er fuhr hinein mit den Worten: „welcome to Amboseli, paradise oft he wild animels“. Es war wirklich wunderschön. Herrliche Palmen mit Elefanten davor, so nahe dass wir sie beinahe anfassen konnten, dazwischen Büffel und Hippos vor einmaliger malerischer Kulisse. Diesmal übernachteten wir in der Ol Tukai Lodge und kamen hier pünktlich zum Mittagessen um 12.00 h an. Nach dem Essen und ein wenig ruhen begann um 16.00 h die zweite Pirschfahrt wieder mit vielen Elefanten, Büffeln, Zebras und Gnus, riesige Herden. In einer dieser Herden war ein kleiner, sehr kleiner Elefant, der doch tatsächlich glaubte sich mit einem Büffel anlegen zu müssen. Mit weit aufgestellten Ohren ging er auf diesen los, leider war der Büffel aber völlig und absolut unbeeindruckt. Der Kleine startet noch einen „Angriff“ – wieder vergeblich! Etwas enttäuscht lief er dann zu seiner Mama und lies sich trösten. An diesem Nachmittag sahen wir dann tatsächlich noch einen Geparden und einige Löwen, leider weit weg. Den Sonnenuntergang konnten wir mitten in der Steppe erleben, die Sonne ging langsam und blutrot hinter eine Akazie unter, wie im Film. Dieser Sonnenuntergang wird mir immer in Erinnerung sein, das war und ist Afrika – schöner kann es nicht sein. Zurück in der Ol Tukai Lodge aßen wir zu Abend, später saßen wir dann zu einem Absacker an der Bar.

Der nächste Tag, der 01.10, startete zu einer Frühpirschfahrt um 06.15 h. Wieder sahen wir viele Elefanten und Zebras, Gnus und Antilopen, Giraffen und Strauße. Dann fuhr uns Ali zurück in die Lodge zwecks Frühstück. Gegen Mittag ging es dann in Richtung Tsavo Ost. In Tsavo Ost angekommen sahen wir, dass die Landschaft doch etwas anders war. Hatten wir in Amboseli Palmen, war hier nur Steppe, aber auch mit vielen, vielen herrlichen Tieren. Mittag um 13.00 h kamen wir in der Aruba Lodge zum Mittagessen an. Anschließend war wieder eine Pirschfahrt angesagt. Viele Tiere in großen Herden und hier sahen wir wieder einen Geparden, diesmal ganz nah. Majestätisch langsam lief er über die Steppe. Als wir von der Pirschfahrt zurück kamen, gab es Abendessen und danach saßen wir noch ein wenig in der Lobby und gingen dann schlafen. Am Morgen des 02.10. starteten wir noch vor dem Frühstück zu einer Pirschfahrt in Richtung Fluss. Hier sahen wir Löwenspuren, aber leider keine Löwen, aber wieder die wunderschönen Tiere Afrikas. Nach dem Frühstück war es dann leider schon soweit: um 10.00 h fuhren dann los, zurück zum Pinewood Beach. Nach ca. 1,5 Stunden meinte Ali, er nimmt jetzt die Buschstraße weil wir sonst womöglich an der Fähre sehr lange warten müssen. Also wieder über Piste, durch sehr schöne Landschaft und wir konnten sogar einen Markt sehen, wir fuhren eigentlich direkt durch. Ziegen und Kühe begleiteten uns, an der Straße liefen Schulkinder die uns winkten. Um 15.00 waren wir wieder im Pinewood. Verabschiedeten uns von Ali und bedankten uns nochmal bei ihm für all die Tiere die wir ohne ihn sicher nicht gesehen hätten. Nun war es tatsächlich soweit: Unsere Safari durch die drei Parks war vorüber. Wir hatten ja so viel gesehen, so viele herrliche Tiere. Diese vier Tage waren wie im Flug vergangen. Ich war tatsächlich in Tsavo gewesen. Die von Safari Tours gebuchten Lodges waren ein Traum, es war einfach perfekt.

Am Morgen des 03.10. frühstückten wir in Ruhe und gingen dann erst mal an den Strand zwecks einfach mal nichts machen. Um 14.00 h fuhren Volker und ich mit einem sehr abenteuerlichen Boot zum Schnorcheln, ein Katamaran aber sehr afrikanisch, der Mast und die Ausleger mehr oder weniger aus vielen Teilen zusammengesetzt, das Segeln mit einigen Löchern. Nach ca. 30 Minuten waren wir an unserem „Schnorchelgebiet“ und ab ins Wasser. Es gab auch tatsächlich einiges zu sehen. Vor allem rote Seesterne und bunte Fische. Nachdem wir ungefähr 45 Minuten geschnorchelt waren, hatten wir genug und gingen zurück „an Bord“. Wir setzten Segel und segelten dann zurück zum Strand um noch einen herrlichen Restnachmittag in dem wunderschönen Pinewood Beach zu verbringen.

Die Tage des 04., 05. 06. und 07. verbrachten wir mit viel faulenzen, lesen, leckerem Essen und Muscheln suchen am Strand. Morgens, wenn wir zum Strand kamen, waren unsere Liegen immer schon mit Handtüchern bedeckt und mit Blumen geschmückt. Wir wurden von den Kellnern richtig verwöhnt, die uns jeden Wunsch von den Augen ablasen! Als wir am Morgen des 07. aufwachten, dachte ich mir, ich lüfte mal das Bad – keine gute Idee! Kaum war ich aus dem Bad raus, war ein Affe drin, der auch sogleich das Zimmer inspizierte. Mit viel Lärm und scheuchen konnten wir ihn dann überzeugen wieder zu gehen. Der 08. morgens begrüßte uns wieder mit herrlichem Sonnenschein und wir gingen gleich nach dem Frühstück zum Strand. Heute waren unsere Handtücher nicht nur mit Blumen geschmückt, unser Freund hatte aus Blüten sogar jeweils einen Fisch gelegt. Wir verbrachten den Tag genüsslich mit schwimmen, leckerem Essen und köstlichen Getränken. Auch am 09. – unserem letzten Tag in Kenia (war es tatsächlich schon wieder soweit?) – schien herrlich die Sonne. Der „Handtuchmann“ erwartete uns schon am Strand und hatte sich für diesen letzten Tag etwas ganz tolles einfallen lassen: Volkers und meine Liege waren zusammen geschoben und mit Blüten hatte er die Worte: „Jambo Kenya“ und eine Palme gelegt. Auf Dieters Liege hatte er „Hakune Matata“ und auch eine Palme gelegt. Wir waren wirklich gerührt, so viel Aufmerksamkeit, das war toll.

Am 10.10. wurden wir dann um 04.00 h geweckt, bekamen noch ein leckeres Frühstück (wegen uns mussten der Koch und ein Kellner antreten). Pünktlich um 05.20 h holte uns der Fahrer ab und fuhr zügig aber sehr sicher in Richtung Mombasa. Hier wieder auf die Fähre, wieder unglaublich viele Menschen und dann weiter durch Mombasa, diese wahnsinnige Stadt. Rechts und links Hütten, Ziegen und Kühe. Menschenmassen und tausende von hupenden Autos. Nach dieser noch mal sehr sehenswerten Fahrt kamen wir dann am Flughafen an, unser Gepäck wurde ausgeladen und wir gingen zum einchecken. Der Flug ging sogar früher raus und verlief ruhig und ohne Störungen, das Essen war allerdings sehr „na ja“. Ankunft in Frankfurt war eine halbe Stunde früher, wofür sich der Flugkapitän wegen der „Unpünktlichkeit“ entschuldigte. Unser Gepäck war auch brav mitgeflogen und ohne Probleme gingen wir zum Parkhaus und fanden hier gleich unser Auto. Um 20.30 h waren wir dann wieder in Schweinfurt und kurze Zeit später zu Hause. Es hatte alles wunderbar geklappt, wir mussten uns um absolut nichts kümmern und wurden „hinten und vorne“ verwöhnt. Danke an Safari Tours!

Epilog: Wenn ich jetzt so hier sitze und die Augen schließe, rieche ich die Frangipani Blüten und höre den Ozean. Dann fängt es irgendwie an weh zu tun und ich fange an Afrika zu vermissen. Ich freue mich schon wieder auf das nächste Jahr, auf die Sonne, auf die Tiere. Carlotti hat gesagt: Schönheit ist die Summe der Teile bei deren Anordnung die Notwendigkeit entfällt etwas hinzuzufügen, zu entfernen oder zu ändern! Für uns ist das Afrika.

Lydia Lampe